Eine Pause in Tōno - Taking a break in Tōno

Während es draussen in Strömen regnet, geniesse ich in der Lounge des Hostels einen Grüntee und einige Mochis und schreibe diese Zeilen. In regelmässigen Abständen während meiner Reise hatte ich das Gefühl, ein weiteres Mal noch tiefer in Japan anzukommen, und in Tōnō war dies besonders ausgeprägt.
Ein erstwr Vorgeschmack auf Tōno gab mir dieser verwunschene Tempel ziemlich Abseits der Strecke. - A taste of what awaited me in Tōno gave me this mystical temple quite a bit off the road.

Passfahrt
Doch der Reihe nach. Ich war ja noch immer an der Küste. Von dort aus gab es mehrere Möglichkeiten, ins Landesinnere zu kommen: Eine führte in einem (zu) grossen Bogen nach Norden nach Tōno, eine auf der grossen Überlandstrasse, wohl mit viel Verkehr und Tunnels auf ziemlich direktem Weg Tōno, und eine führte durch ein einsames Tal und versprach gemütlich und bis auf das letzte bisschen nicht zu steil zu sein. Natürlich entschied ich mich für diese dritte Variante.
Nach der schon recht grünen Küste gings in den Bergen nochmals kurz zurück in den Winter. - After the already lush green coast, it was still wintery in the mountains.

So kämpfte ich mich gegen den teils ultrastarken Gegenwind das Tal hinauf. Wie auch schon begann es erst gemächlich und wurde dann stets steiler. Dann kam ich zu einer Abzweigung, wo mir Googlemaps geraten hatte, weg von der Hauptstrasse zu gehen. Obwohl die Strasse auf der Karte erst bei sehr grosser Vergrösserung überhaupt dargestellt wurde, nahm ich allen Schwung mit und bog rechts ab - bereits nach wenigen Meterm war der Schwung aufgebraucht und ein Schild mit der Warnung "14%" stand neben der Strasse.
Die Sonne schien durch die Äste und ich war froh, keine Bären anzutreffen. - The sun shone through the trees and I was glad I didn't see any bears.

So gings dann wirklich für eine gute Zeit lang brutal steil geradewegs den Berg hinauf. Doch die Strasse führte durch den Bergwald und ging dann schon bald auch wieder etwas abwärts und wurde immer schmaler. Nach einer Gabelung und einer Kurve hörte der Asphalt auf, und die Strasse führte malerisch durch lichten Frühlingswald an einem kleinen Flüsslein entlang. Es ging bergauf, aber längst nicht mehr so steil wie zuvor, und trotzdem war es nicht ganz einfach, auf der ungeteerten Strasse vorwärts zu kommen.
Es war eine schöne Landschaft mit Wald und Wiese und Kühen. - It was a nice landscape with forest, fields and grassing cows.

Bis ich dann auf der Passhöhe ankam und es endlich nur noch bergab ging. Bald schon wsr die Strasse auch wieder asphaltiert und schlängelte sich durch den Wald den Berg hinunter. Einzig die Schlaglöcher und die grossen Äste, welche auf der Strasse lagen, musste ich im Auge behalten, ansonsten konnte ich die Landschaft geniessen.
Tatamimatten am Boden und Teekocher in der Mitte des Raums. - Tatamimatts on the floor and a teacooking device in the middle of the room.

Kappa, Kaffee und kühles Bier
Und dann kam ich im Hostel an, dass ich zwei Tage zuvor gebucht hatte. Ich war, wie so oft auf dieser Reise, der einzige Gast. Das Hostel war ziemlich ausserhalb des Städchens gelegen, in Tsuchibuchi, und so hatte ich die extra paar Yen bezahlt und im Hostel gegessen. Zuvor allerdings hatte ich ein heisses Bad genossen, das Mangazimmer bestaunt, und erst recht der Teeraum mit traditioneller Teekochstelle. Alles war sauber und äusserst gepflegt und ich genoss einfach mal so richtig zu entspannen.
Das Abendessen war hausgemacht und wurde von der Frau des Besitzers gekocht und serviert: es gab da ein bisschen Suppe, dort eine Schüssel Reis, da ein mit Pilzen und Rahm überbackenes Stück Fisch, hier ein Schälchen mit Dingen, die fein schmeckten und dazu auch gleich noch ein Gläschen Wein. Ein Festmal, nach vier Tagen Campingfood sowieso!
Die Aussicht am Abend...herrlich! - The view in the evening...just marvelous!

Am nächsten Tag versuchte ich erst einmal ein Kappa zu entdecken am Nahe gelegenen Teich. Doch die Fabelwesen sind scheu - Tōno ist das Herz der japanischen Märchen. Anfang des 20. Jahrhunderts hatte ein japanischer Gelehrte die vielen Märchen, die hier mündlich weitergegeben wurden, gesammelt und niedergeschrieben und ganz beliebt wurde das Kappa. Dann gings endlich nach Tōno, und während ich mir eine richtige Stadt ausgemalt hatte, war es in Tat und Wahrheit ein ziemliches Kaff. Gut zwanzigtausend Japaner leben in der eigentlichen Stadt - und zwei Amerikaner. Michael, einer der beiden, traf ich in seinem Kaffee, passend Michaels Cafe America benannt. Wir schwatzten und tranken guten Kaffee und ich genoss es, wieder mal ein richtiges Gespräch zu führen mit jemandem, denn bisher waren die Englischkenntnisse der Leute oft recht beschränkt gewesen.
Tōno ist etwas verschlafen und kaum ein Haus höher als zwei Stockwerke, aber ein co-working space gabs auch hier. - Tōno is a bit sleepy and not many houses were higher than two stories, but there still was a coworking space.

Er machte mich auch gleich mit Daisuke bekannt, welcher sich einen Kaffee holte und der in der lokalen Brauerei Craftbier braute. Und so ging ich dann kurze Zeit später von auserwählten und handgerösteten Kaffee zu erlesenen und handgemachten Spezialbier über und bekam einen ersten Geschmack des guten japanischen Stils und deren Fähigkeit, gute Dinge herzustellen.
Die Aussicht über das Städchen. - The view over the town.

Am nächsten Tag ging ich gleich nochmals vorbei, nach dem ich den Tag mit verwunschene Landschaft anschauen und Zeichnen verbracht hatte und gönnte mir gutes Bier, sowie später dann ein herzhaftes Curry japanischer Art im Resraurant/Designshop Nōtō. In Tōno kam ich auch endlich wieder mehr zum Zeichnen, nachdem ich an der Küste vorallem mit Velofahren beschäftigt war. Das Skizzieren in den Bars und Restaurants war ein grossartige Möglichkeit, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Gerne denke ich zurück an die Menschen, die ich in Tōno kenne gelernt habe, und täglich grüsste mich ein Sticker der Tōno Brewing Brauerei vom Velo.

Von Ōtsuchi gings erst in Richtun Fuefuki Pass, allerdings bog ich dann nach rechts zum Sakaigi Pass ab. - From Ōtsuchi I cycled to the Fuefuki pass, but then turned right to the Sakaigi pass.

While it is raining cats and dogs outside I enjoy some green tea and mochi at the hostel and write those lines. During my trip I repeatedly felt like arriving once more in japan, and in Tōno this feeling was especially strong.
Tagesausflug ohne Gepäck - aber natürlich gings trotzdem den Berg hoch. - Daytrip without the luggage, but obviously the road still went uphill.

Mountain Pass road
But one thing after the other. As of last blogpost, I was still at the coast. From there there where several roads leading to Tōno: one doing a rather big detour to the north, one road was the main one (with a lot of traffic and tunnels, probably), and then there was one route leading through quite remote valley. It obviously took the last one, since it promised to be not too steep. And so I fought my way against some ultra heavy headwind up the valley. The route was indeed not very steep in the beginning and lead up very remote valley. After it got quite a bit steeper the road splitted up into two different ones.
Abwärts gings dann durch schattigen Bergwald. - Downhill the route lead through shadowy forest.

Since googlemaps told me to leave the main road, I did so, even though the roads would only show up on the map after zooming in really close. I tried to save all the speed of the short flat piece before and headed uo the little road. After only a few meters though, the speed was used up and I could see a sign warning of "14%" next to the road. It then went up for a rather long time like that straight up the mountain. But the street was leading me through the wonderfull mountain forest and got less steep with time. Eventually it even went back down again, and after another fork, the road got smaller and after another corner, the asphalt stopped and it turned into a gravel road.
500 solche Buddhasteine
 lagen im Wald. - 500 such
Buddha stonecarvings were
 lying around in the forest
Mitten im dichten Wald
waren Tempel, Schreine und
kleine beschriebene Steine
 versteckt. - In the middle of
 the dense forest there where
 temples, shrine
and carved stones hidden.























The road followed a slow mountain creek and it was an absolutly stunning landscape, although it was rather difficult to keep up the pace on the gravel. And then I suddenly reach maximum altitude and the street lead finally back down. After some turns the asphalt returned and it got bigger again. I only had to watch the holes in the street and the big branches on the street, but I also was able to enjoy the view.
Tōno brewing session IPA war eines der besten Biere, das ich in letzter Zeit hatte. - Tōno brewing session IPA was one of the best beers I had in a long time.

Kappa, Coffee, and cold beer
And the I arrived at the hostel that I booked two days before. I was like so often on this trip, the only guest there. The hostel was located quite a bit outside of the actual town in Tsuchibuchi and so I payed those extra few Yens for a meal at the hostel. But before, I took a warm bath, looked into the manga room, and marvelled at the traditional tea cooking device hanging from the ceiling. Everything was very clean and well maintained I enjoyed relaxing.
Nōtō general store war in einer alten, umgebauten Tankstelle untergebracht, doch das Holz verströmte eine warme Atmosphäre. - Nōtō general store was in an old renovated gasstation, but the wood was creating a warm atmosphere.

And then came the dinner, prepared and served by the wife of the owner: here a little bowl of soup, there one with rice, on a plate a baked fish with mushrooms and cream, a little bowl of things that tasted good, and accompaning everything a glass of wine. What a feast, in particular after four days of camping food!
Thr next morning I first tried to see a Kappa at the pool closeby. But those mysticsl creature sre shy - Tōno is the capital of japanese folklore. Not unlike the brothers Grimm, a student had gathered all of the fairytales held up in an oral culture. After that I finally went to into the town. While I imagined a real city, it was actually more of a sleepy countrysite town.
Am nächsten Morgen fuhr ich nochmals durch die Tōno und machte ein paar Erinnerungsfotos. - The next morning I cycled again through the twon and toon some pictures.

Some twentythousand japanese people only live in the core city.  Plus two americans, one of which is Michael who I met up with in his aptly named Michaels Cafe America. We had a chat and drank good coffee and I enjoyed having a discussion with someone. Until now, the english skills were limiting the chats I had.
He also introduced me to Daisuke, who also just grabbed a coffee and who is brewing craftbeer just around the corner. And so, some time later I changed from carefully selected handroasted coffee to handbrewed craftbeer. At the Tōno Brewing brewery I got a first taste of the good style of japanese people and their ability to crear good things.
Michael's Cafe American ist gleich neben dem Bahnhof. - Michael's Cafe American is just next to the station.

The next day I obviously went back there and treated me with a good beer, after spending the day with discovering the magical landscape and do some drawing. In the evening I ate a hearty curry at Nōtō General Store, which is a lovely bar/restaurant/designstore. In Tōno I finally started to draw more again, after the days on the coast, where I was more concentrated on cycling. Drawing at the cafes and bars was a great way to connect with the locals. I think back with warm feelingd to the people I met in Tōno, and everyday the sticker from Tōno Brewing greets me.
Die Leute von Tōno Brewing waren schon wach! - the people from Tōno where already awake.

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